MUSIK

Willkommen ins “Kurts’ Corner”! So hieß diese Rubrik früher, bis ich gemerkt habe, dass das keiner versteht. Kurt ist meine Akustik-Gitarre. Marke “Concorde”. Ja, ich habe diesen Markennamen zuvor auch noch nie gehört:D! Mit 16 habe ich sie auf einem Flohmarkt gekauft und seitdem liebe ich sie heiß und innig. Darum habe ich Kurt auch nach Australien mitgenommen.

Kurt war schwer. Trotzdem blieb er unser ständiger Begleiter. Ich habe oft gespielt und manchmal etwas aufgenommen Die Ergebnisse seht ihr hier. Ein persönlicher Soundtrack unserer Reise:) …

Make You Feel My Love – Bob Dylan

Der erste Song – eine Liebeserklärung an Sydney… Wie ich diese Stadt liebe! Vor allem die Spaziergänge am Bondi Beach werde ich wohl nie vergessen. Mit was könnte ich meine Gefühle besser zum Ausdruck bringen, als mit einem meiner Lieblingssongs von Bob Dylan… “Make You Feel My Love”.
Augen schließen, das Salz in der Luft riechen und das leise (mehr dazu im Text eins weiter unten) Rauschen der Wellen hören. Sydney – wir kommen wieder!

When Will I Be Loved – Linda Ronstadt

Mit diesem Lied von Linda Ronstadt verbinde ich meine ersten Tage in Sydney. Auf dem langen, langen Flug nach Australien habe ich im Bordunterhaltungs-System von Thai-Air ein Best-Of der US-Sängerin gefunden und ihre Stimme hat mich begeistert. Vor allem der Song „When Will I Be Loved“ aus dem Jahr 1974 ging mir nicht mehr aus dem Kopf.

Und hier ist er nun! Allerdings dachte ich, es sein einfacher einen Song am Strand aufzunehmen. Seit wann sind Wellen so laut?! Man hörte mich einfach so gar nicht, also musste ich alles ein wenig zusammenschneiden. Ich hoffe, es gefällt trotzdem! Gedreht haben wir das Ganze am Bondi Beach in Sydney, an dem wir auch wohnten. Sicherlich einer der schönsten Orte der Welt …

Dreams – Fleetwood Mac

Als Schallplattensammlerin hatte ich die LP „Rumours“ von „Fleetwood Mac“ schon unglaublich oft auf Flohmärkten in der Hand. Aber irgendwie konnte ich bisher nie etwas mit ihr anfangen. In Melbourne begegnete sie mir jedoch wieder und wieder. In Trödelläden und in einigen unserer Wohngemeinschaften. So kam es, dass ich es mir an einem stürmischen, freien Tag zu Hause gemütlich machte, an einem Projekt arbeitete und dazu die Schallplatte anhörte. Ich war hin und weg!

Die Songs wurden zu einem ständigen Begleiter. Auch während ich in der Eisdiele arbeitete, hörte ich sie oft und freute mich über die glücklichen Gesichter der mitsummenden Kunden. Hier also meine Interpretation des Titels „Dreams“, der mir besonders ans Herz gewachsen ist …

Hallelujah – Leonard Cohen

Kurz nachdem wir in Melbourne angekommen waren starb die Singer-Songwriter Legende Leonard Cohen im Alter von 82 Jahren nach einem Unfall in seinem Haus. Natürlich begleiteten uns seine Songs und die Trauer der Fans während unserer ersten Wochen in Australiens zweitgrößter Metropole.

Vor allem sein wohl bekanntester Hit „Hallelujah“ ging mir häufig durch den Kopf. Ich hatte ihn vor wenigen Monaten auf der Beerdigung meines Opas gespielt und wie das so ist in der Ferne, sind die Gedanken oft bei der Familie und den Freunden zu Hause. Für mich ist das Lied also ein sehr emotionales, was den Krächzer in der letzten Strophe erklärt;). Das Lied ist dieses Mal daher meiner Familie und meinen Freunden gewidmet. Ich vermisse euch und hab euch lieb:) ! Muss ja auch mal gesagt werden …

Close To Your Head – Terra Naomi

Eines der faszinierendsten Erlebnisse im Outback ist der Anblick des Sternenhimmels. Ohne künstliches Licht um einen herum strahlen die vielen kleinen Lichter so viel heller und sogar die Milchstraße ist ganz klar und deutlich zu erkennen. Ich hätte stundenlang hinausschauen können. Aus dem Heckfenster unseres Busses kurz vorm Wegschlummern ging das besonders gut.

Immer wieder musste ich dabei an das Lied „Close To Your Head“ von einer meiner Lieblingssängerinnen Terra Naomi denken. Die Sterne sind so nah, dass man das Gefühl hat, nach ihnen greifen zu können – close to your head eben. Bei den hohen Tönen bitte nicht so genau hinhören:D, ich experimentiere noch mit der Kopfstimme. Ansonsten kann ich nur zitieren: „Es ist eine magische Zeit in der wir leben“. Eine Zeit in der wir einmal um den Erdball fliegen und die Sterne im Outback angucken können … Viel Spaß beim Reinhören:)!

Good Riddance – Green Day

Die Punk-Rock-Band „Green Day“ habe ich schon immer geliebt und natürlich auch den Song „Good Riddance“. Seit unserem Roadtrip durchs Outback verbinde ich aber noch viel mehr mit dem Titel. Es war dieser Moment, als wir wortlos mitten durchs Nichts gefahren sind, eben dieses Lied im Radio kam, wir die Lautstärke aufgedreht, uns an der Hand gehalten und gelächelt haben. Nur Musik hat diese Macht, aus kleinen Momenten etwas ganz Großes zu machen. Das ist etwas ganz Besonderes!

Zudem möchte ich mich aber auch bei unserem Gastgeber Jamie bedanken. Drei Wochen haben wir bei ihm gelebt. Er hat auch Gitarre gespielt und mir erzählt, dass sein Schulleiter den Song immer bei Versammlungen gespielt hat und er nur gute Erinnerungen daran hat. In seiner Wohnung habe ich einen Großteil der Songs, die ihr hier seht und sehen werdet aufgenommen – einen Tag bevor ich den lieben Kurt auf die lange Fahrt nach Hause geschickt habe. Immer so, oder? Man hat ewig Zeit und macht alles in einer Hauruck-Aktion am letzten Tag! Aber besser so, als nie … Viel Spaß beim Anhören!

Stir It Up – Bob Marley

Auf unserem Roadtrip durch Australien sind wir auch durch das kleine Hippie-Örtchen Nimbin gefahren. Es hat Kultstatus, da hier der Konsum von Marihuana geduldet wird. An jeder Ecke bekommt man etwas angeboten und die Bewohner sind unglaublich entspannt. Irgendwie betritt man eine andere Welt, wenn man das Ortsschild passiert. Eine Welt, die ihren Glanz zwar schon verloren hat, aber einen trotzdem irgendwie einfängt und fasziniert.

Welche Songs könnten hier passender sein, als die von Reggae-Legende Bob Marley, der dem Kraut ja auch sehr zugetan war? Eines meiner Lieblingslieder ist „Stir it up“. Auf dem im Regenwasser schier ertrinkenden Campingplatz habe ich es öfter gespielt. Anhören und entspannen:)…

Amazing Grace

Als Abschluss unserer Tour durch Australien haben wir den kleinen Surfer-Ort Byron Bay ausgewählt. Obwohl der Zyklon „Debbie“ hier noch wenige Tage vor unserer Ankunft gewütet hatte, sprang der Zauber sofort auf uns über. Ein wunderschönes Fleckchen Erde! Aber wie kann das auch anders sein, wenn das Ortsschild einen mit den Worten „Cheer up*Slow down*chill out“ begrüßt?!

Endlose Spaziergänge am Strand versüßten uns die Tage, die wir hier verbrachten. Nach all den Eindrücken, die wir schon im Outback gesammelt hatten, wurden wir doch ein wenig ehrfürchtig. Wunderschöne Natur, überall! Auch wenn ich mich nicht als besonders gläubigen Mensch bezeichnen würde, kam mir das religiös angehauchte Lied „Amazing Grace“ in den Sinn. Grace lässt sich auch mit Anmut übersetzen – und dieses Wort trifft das, was wir gesehen haben, sehr gut. Und amazing – also toll, erstaunlich, einmalig – auch:) … Also hier nun „Amazing Grace“ und ein paar Eindrücke aus Byron Bay!

Don't Forget To Catch Me – Bandits

Den Film „Bandits“ mit Jasmin Tabatabai in der Hauptrolle habe ich geliebt, wie auch den dazugehörigen Soundtrack. Warum kriegt Deutschland sowas eigentlich nicht öfter hin? „Don’t Forget To Catch Me“ – Gänsehaut! Der Song gehört für mich irgendwie an Bahngleise. Muss wohl am Text liegen;). Die hier zu sehenden Gleise nutzten wir während unserer drei Wochen in Brisbane täglich und immer wieder kam mir das Lied dabei in den Sinn.

Brisbane war schließlich unsere letzte Station in Australien. Öfter fragte ich mich genau hier, ob womöglich noch etwas geschieht, das uns doch in „Down Under“ bleiben lässt. Etwas, das uns hier in diesem faszinierenden Land hält, das so viele Wunder aber auch viele Schrecken birgt. Ein Angebot. Eine Begegnung. Ein Wink des Schicksals. Dabei kann ich nicht sagen, dass ich es mir gewünscht hätte. Da war so viel Vorfreude auf eine neues Land neue Erfahrungen, neue Abenteuer. Aber auch die Trauer darüber, eine liebgewonnene Umgebung zu verlassen, die so viele Möglichkeiten bietet. Australien hat uns am Ende nicht mehr eingefangen. Vielleicht aber auch einfach noch nicht;) …

Don't Think Twice It's All Right – Bob Dylan

Den Soundtrack zu unserer Australien-Reise hatte ich mit einem Bob Dylan-Song begonnen. Nun möchte ich ihn auch mit einem abschließen: „Don’t Think Twice It’s All Right“ ist eines meiner Lieblingslieder von ihm und einer der ersten Songs, die ich auf Gitarre spielen konnte. Aber wie passt das Thema des Songs jetzt zu unserer Abreise? Hm … Ein bisschen wütend ist der Song, ein bisschen melancholisch – aller Illusionen beraubt singt Dylan vom Ende einer großen Liebe. Alles ist ok, heißt es da. Aber eigentlich ist er zutiefst verletzt. Trennungsschmerz! Und da wären wir.

Es fiel uns am Ende doch unglaublich schwer, Australien zu verlassen. Wie ich schon oben bei „Dont’t Forget To Catch Me“ erwähnt habe, hatten wir immer wieder nach Zeichen Ausschau gehalten. Zeichen, die uns dazu hätten bewegen können, doch in Brisbane zu bleiben. Aber Brisbane ließ uns ziehen. Da kann man schon mal melancholisch – und ja, auch wütend – werden. Aber irgendwann schaut man zurück und erinnert sich an all die schönen Momente und der Groll ist (meist) verflogen. So ist das in der Liebe. Und Australien war für uns definitiv Liebe. Vom ersten Moment an. Trotzdem (oder gerade deswegen) trauere ich auch heute noch, um das Ende dieser schönen Zeit. Aber hey, es ist noch lange nicht All OVER, BABY BLUE! Wir kommen wieder, davon bin ich überzeugt.

You Ain't Goin' Nowhere - Joan Baez

Während ich aufgrund der Corona-Krise zu Hause festsaß, habe ich meine Schallplatten-Sammlung durchgesehen und diesen wundervollen Song wieder für mich entdeckt. Er hatte sich auf der Platte “Joan Baez sings Bob Dylan – Any day now” versteckt und heißt “You Ain’t Goin’ Nowhere”. Das fasst es doch irgendwie zusammen, was wir alle gerade im Lockdown erleben, oder?

Aber ich bin dankbar dafür, dass wir in Deutschland das Haus verlassen dürfen, um ein wenig durch den Wald zu spazieren. Es tat mir unendlich gut, die erwachende Natur zu beobachten und von besseren Zeiten zu träumen. Auf einen Spaziergang nehme ich euch mit. Ich hoffe, er tut euch genauso gut, wie mir. Bleibt gesund!

Rainbow - Kacey Musgraves

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